Strategischer Fokus der UAS7

Die Präsidentinnen und Präsidenten der sieben Hochschulen, die im Verbund UAS7 (7 German Universities of Applied Sciences) zusammengeschlossen sind, haben sich im Rahmen einer Strategieklausur Ende 2010 darauf verständigt, dass die künftigen Aktivitäten der Allianz unter drei strategischen Dimensionen zu bündeln sind. Diese sind in der Reihenfolge ihrer Priorität:

a)    Qualitätsgemeinschaft: Wichtigste Aufgabe der Allianz ist es weiterhin, Leistungen der Mitgliedshochschulen zu vergleichen, aus guten Beispielen voneinander zu lernen und gemeinsame Qualitätsstandards zu entwickeln. Ein positives Beispiel dafür ist die Entwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards für Berufungsverfahren, die die Allianz in den Jahren 2009/10 vorgenommen hat. Diese Standards sollen in den Verfahren zur Berufung und Einstellung von Professorinnen und Professoren für große Transparenz und Verfahrenssicherheit sowie hohe Qualitätsmaßstäbe sorgen und die Mitgliedshochschulen damit für gute Bewerberinnen und Bewerber noch attraktiver machen; durch regelmäßige gemeinsame Workshops für neu berufene Professorinnen und Professoren der Mitgliedshochschulen werden sie ergänzt. Entsprechende Prozesse des Leistungsvergleichs, des gegenseitigen Lernens aus guten Beispielen und der Entwicklung gemeinsamer Qualitätsstandards sollen in allen wesentlichen Leistungsbereichen der Hochschulen stattfinden. Vorrangig sind derzeit die Bereiche Qualitätsmanagement, Forschung und Entwicklung, Personalentwicklung, Hochschulleitung und Verwaltung.

b)    Mobilitätsgemeinschaft: Gemeinsames Ziel der Allianz ist es, ihren studierenden, lehrenden und forschenden Hochschulmitgliedern Mobilitätschancen zu eröffnen, die über das hinausgehen, was einzelne Hochschulen bieten können (in Anlehnung an das Motto der Hochschule Bremen „Mit uns kommen Sie überall hin“).

•    Dies gilt zum Einen für geografische Mobilität – international wie national: Mit ihrem gemeinsamen Verbindungsbüro in New York und vier gemeinsamen Partneruniversitäten und -konsortien in den USA eröffnet die Allianz Austausch- und Kooperationsmöglichkeiten in Nordamerika, die einzelnen Fachhochschulen kaum offen stehen. Sie sollen möglichst  durch gemeinsame Absprachen mit weiteren nordamerikanischen Hochschulen ergänzt werden. Die Bündelung internationaler Aktivitäten geschieht seit 2013 auch in Brasilien, wo UAS7 in Sao Paulo ein weiteres Verbindungsbüro eröffnet hat. Hier bestehen bereits zwei Konsortialabkommen mit einer Hochschule und einem Hochschulkonsortium.

National wird die Förderung der geografischen Mobilität dadurch angestrebt, dass in bestimmten Studiengängen gemeinsam abgesprochene Mobilitätsfenster eingerichtet werden, die Studierenden ohne größeren bürokratischen Aufwand und ohne Verlängerung der Studienzeit ein „Auslandssemester (oder -jahr) im Inland“ (d.h. an einer anderen UAS7-Hochschule) ermöglichen. Den Anfang machen dabei die BWL-Studiengänge der UAS7-Hochschulen.

•    Zum Anderen gilt das Konzept der Mobilitätsgemeinschaft auch für die vertikale Mobilität im Bildungssystem: Gemeinsam sehen die sieben Hochschulen sich dem Ziel verpflichtet, ihren Studierenden den Zugang zu allen drei Stufen des Bologna-Prozesses zu öffnen – bei entsprechender Eignung also über Bachelor und Master hinaus auch zum Promotionsstudium. Die Hochschulen unterhalten hierzu Studien- und Stipendienprogramme sowie gemeinsame Doktorandenprogramme mit ausländischen Universitäten, die sie nach Möglichkeit schrittweise für Studierende anderer UAS7-Hochschulen öffnen. In gemeinsamen hochschulpolitischen Initiativen fordern die UAS7-Hochschulen für ihre Absolventinnen und Absolventen auch in Deutschland bessere Zugangsmöglichkeiten zur Promotion. Die Empfehlung des Wissenschaftsrats vom November 2010, Fachhochschulen in einzelnen Fächern das Promotionsrecht zu verleihen, sehen sie auch als ersten Erfolg ihrer hochschulpolitischen Bemühungen.

c)    Markenbildung „Hochschule für angewandte Wissenschaften“: Die Allianz versteht sich als hochschulpolitischer Akteur mit der Aufgabe, das Markenbild der Hochschule für angewandte Wissenschaften mit hoher Leistungsfähigkeit in Lehre und angewandter Forschung, engen Koopera-tionen mit der regionalen Wirtschaft und hoher Internationalisierung zu festigen. Sie nimmt deshalb regelmäßig zu entsprechenden hochschulpolitischen Anlässen Stellung – so u.a. zu den Empfehlungen, die der Wissenschaftsrat im Jahr 2010 zur Rolle der Fachhochschulen im Hochschulsystem und zur Differenzierung des Hochschulsystems abgegeben hat, sowie zu dem im Juli 2010 veröffentlichten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Wissenschaftsfreiheit für Professorinnen und Professoren an Fachhochschulen. Ihren Beitrag zur Markenbildung hat die Allianz auch mit ihrer Beilage zur duz (Ausgabe 01/2011) geleistet. Der Wissenschaftsrat hat seinerseits in seinen Empfehlungen zur Differenzierung des Hochschulsystems vom November 2010 die Allianz UAS7 als gelungenes Beispiel für die Differenzierung des Hochschulsystems durch strategische Kooperationen herausgestellt.