Expertenanhörung zu Fachhochschulen im Deutschen Bundestag

UAS7-Hochschulen fordern Grundfinanzierung von Akademischem Mittelbau, Verstetigung der Forschungsförderung und bundesweite Qualitätsstandards für das Duale Studium

Beim öffentlichen Fachgespräch zum Thema „Fachhochschulen“ im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung im Deutschen Bundestag am Mittwoch, den 15. Februar 2017, zeigte sich die erfolgreiche politische Vernetzung des Hochschulnetzwerkes UAS7. Allein fünf der sieben geladenen Experten und Expertinnen gehören zu UAS7-Hochschulen.

Der Austausch mit den Abgeordneten aller Fraktionen dauerte rund drei Stunden und zeigte das große Interesse und Verständnis, das den Belangen der Fachhochschulen und Hochschulen Angewandter Wissenschaften entgegengebracht wird.

Schwerpunkte der Diskussion bildeten im Fachgespräch die bundesweite Qualitätsstandards für das Duale Studium, die Grundfinanzierung eines akademischen Mittelbaus und der Forschungsförderung, aber auch die Schwierigkeiten bei der Besetzung von FH-Professuren.

Prof. Dr. Andreas Zaby, Präsident der Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) Berlin und Vorstandsvorsitzender des Hochschulnetzwerkes UAS7, brachte die dringend notwendige Festlegung auf bundesweite Qualitätsstandards und den Ausbau des Dualen Studiums ins Gespräch. Zudem verwies Zaby auf das Optimierungspotential bei der Durchlässigkeit zwischen den Hochschulsystemen.

Frau Prof. Dr. Karin Luckey, Rektorin der Hochschule Bremen und Vorstandsmitglied von UAS7, sieht die Länder gefordert, den Erfolg und die spezifische Funktion der Fachhochschulen im deutschen Wissenschaftssystem und in der Gesellschaft dauerhaft abzusichern. „Dies muss vor allem im Interesse der Fachkräftesicherung, der Bildungsgerechtigkeit, der Stärkung innovativer Potentiale und damit der Erschließung regionalökonomischer Effekte geschehen.“ Als ein zentrales Handlungsfeld bezeichnete Karin Luckey die Verstetigung von Studienplätzen im Sinne einer langfristigen Planbarkeit. In diesem Zusammenhang stelle laut der Rektorin der Hochschule Bremen auch die Gewinnung wissenschaftlichen Personals - namentlich von Professuren - eine besondere Herausforderung dar. „Diese muss flankierend durch weitere Maßnahmen von Bund und Ländern gewährleistet werden.“ Als ein Beispiel nannte sie die Initiative der UAS7-Hochschulen, eine FH-Professur als attraktiven Karriereweg zu profilieren (http://www.uas7.de/24-10-2016.175.0.html). „Damit die Hochschulen weiterhin ihren spezifischen Aufgaben und Funktionen gerecht werden können, ist ein langfristiges Programm zur Gewinnung von Professorinnen und Professoren namentlich im MINT-Bereich erforderlich“, erklärt Rektorin Luckey.

Prof. Dr. Nicolai Müller-Bromley, Präsident des Hochschullehrerbundes und Lehrstuhlinhaber für Öffentliches Recht, Europarecht und Völkerrecht an der UAS7-Hochschule Osnabrück, unterstreicht, wie schwierig es sei, aufgrund der notwendigen Doppelqualifikation im Zusammenspiel mit dem wenig kompetitiven Gehalt bestimmte Professuren zu besetzen. Darüber hinaus bemängelt er die zu geringe Ausstattung mit Forschungsmitteln.

 

 

 

 

Um das Innovationspotenzial der FHs/HAWs erfolgreich weiter ausbauen zu können und diese nachhaltig zu fördern, sind Anstrengungen erforderlich, die unter anderen in den unmittelbar im Zusammenhang stehenden Themenfeldern Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs liegen. Dabei unterscheiden sich die anwendungsorientierten Forschungs- und Transferaktivitäten der FHs/HAWs klar von universitärer Forschung und verstehen sich als Bindeglied zwischen der reinen Erkenntnisorientierung und der Entwicklung von Produkten oder Dienstleistungen. „Diese Unterscheidung muss sich auch in den Fördermechanismen niederschlagen“, so Prof. Dr. Christiane Fritze, Professorin an der UAS7-Hochschule München und designierte Präsidentin der Hochschule Coburg.

Prof. Dr. Micha Teuscher, Rektor der FH Neubrandenburg und designierter Präsident der UAS7-Hochschule HAW Hamburg, machte deutlich, dass Fachhochschulen in den Bereichen Forschung und Transfer die Innovationskraft und die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft insgesamt stärken. Auch decken Fachhochschulen die steigende Nachfrage nach Bildung ab und ermöglichen das Erreichen gesellschaftspolitisch bedeutender Ziele der Teilhabe.

Die Politik in Bund und Ländern ist dringend aufgerufen, die strukturellen Defizite in der Ausstattung der Fachhochschulen in Lehre und Forschung aufzuarbeiten. „Wir brauchen einen Perspektivwechsel in der Anerkennung der Fachhochschulen innerhalb des deutschen Hochschulsystems“,  verlangte die Rektorin der Hochschule Bremen, Prof. Dr. Karin Luckey.

UAS7 e. V. ist der Zusammenschluss von sieben großen forschungsorientierten deutschen Fachhochschulen mit starker internationaler Ausrichtung. Nach dem Grundsatz „Gemeinsam sind wir stärker“ bilden die Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, die Hochschule Bremen, die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, die Technische Hochschule Köln, die Hochschule München, die Fachhochschule Münster und die Hochschule Osnabrück seit der Gründung eines gemeinsamen Verbindungsbüros in New York im Jahr 2005 eine strategische Allianz und arbeiten in ausgewählten Bereichen zusammen. Durch die Exzellenz der sieben Hochschulen in den verschiedensten Bereichen, entwickeln sich die Hochschulen miteinander und aneinander weiter und sind somit gleichermaßen eine Qualitätsgemeinschaft und ein Benchmarking-Club.

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